Sehen und gesehen werden in den '3 Kaiserbädern'

aus Usedom (Insel Usedom Ostsee)

eingestellt am 09.03.2013 von Susanne Gahr

Die weite Ostsee, der 42 Kilometer lange Sandstrand und die pompöse Bäderarchitektur – damals wie heute ist Usedom eine unverwechselbare Kulisse für hochkarätige Modeveranstaltungen. „Sehen und gesehen werden“ – ein Phänomen damals wie heute.

Usedom wird liebevoll als die „Badewanne der Berliner“ bezeichnet. Hier fanden bereits am Ende des vergangenen Jahrhunderts die reichen und adligen Hauptstädter Ruhe und Entspannung. Wohlhabende Bürger und Künstler flanierten über die Promenade, erholten sich während der mehrwöchigen Sommerfrische und genossen das Leben. Auch Kaiser Wilhelm II war jahrelang Gast in Heringsdorf, trank mit der Konsulin Staudt Tee in der Villa Staudt. Er gab dem Ostseebad auch seinen Namen – nach dem Brotfisch der Usedomer Fischer „Heringsdorf“. Der Kaiser war aber nicht der einzige prominente Usedom-Fan. Johann Strauß zog es ebenso auf die Insel wie Kurt Tucholsky, Maxim Gorki und den amerikanischen Maler Lyonel Feininger, der die imposante Villa Oppenheim als eines seiner Lieblingsmotive weltbekannt machte.

Für die Berliner Oberschicht war es damals schon fast ein Muss, eine Villa auf Usedom zu besitzen. So entstand die berühmte Bäderarchitektur, die es so vollständig erhalten und lückenlos sonst nirgends gibt. Heute vergnügen sich Touristen aus aller Welt auf Usedom, flanieren über die mit 12,5 Kilometern längste Promenade Europas bis ins polnische Swinemünde, bewundern glanzvolle Villen aus der Kaiserzeit, die den Gästen heute sogar liebevoll restauriert als Urlaubsdomizil zur Verfügung stehen und kehren ein in die charmanten Kaffeehäuser, die die Promenade säumen.

Das Sehen und Gesehen Werden hat auf der Insel eine lange Tradition. Bereits zu Kaisers Zeiten zeigten sich die Damen auf den Promenaden in der aktuellsten Pariser Mode. Das Outfit vom Nachmittag durfte keinesfalls das Gleiche sein wie das am Vormittag. Chic war es, in gepflegter Gesellschaft zu plaudern – je berühmter umso besser. Und natürlich wusste man sich anzuziehen. Dieser Tage ist die Insel noch immer prädestiniert für erstklassige Modeveranstaltungen. Models flanieren über die Strandpromenaden der Insel und die Usedomer Laufstege – unter anderem beim Baltic Fashion Award im Frühjahr, um den internationale Designer mit ihren Kollektionen wetteifern.

Sehen und gesehen werden in den '3 Kaiserbädern'

Katalog Usedom
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