Die Mittlere Schwäbische Alb

aus Mythos Schwäbische Alb (Schwäbische Alb)

eingestellt am 07.01.2010 von Wolfgang Schütz

Es heißt, sie seien ein bisschen rau und eigenwillig, aber ausgesprochen liebenswert. Was man über die Menschen auf der Mittleren Schwäbischen Alb sagt, gilt auch für die Landschaft, in der sie leben. Das Mittelgebirge im Herzen Baden-Württembergs bezaubert mit seinem herben Charme und seiner Natürlichkeit. Die Region, die 50 Kilometer südlich von Stuttgart liegt, hat allerhand zu bieten: Natur pur, Kultur und malerische Dörfer.

Sowohl für Aktivurlauber als auch für Familien mit Kindern gibt es auf der Mittleren Schwäbischen Alb viel zu erleben und zu entdecken. Zu Fuß, mit dem Rad oder zu Pferd – die Wege, auf denen sich die Karstlandschaft mit ihren Wacholderheiden, schroffen Felsen und sanften Tälern jenseits ausgetretener Touristenpfade erkunden lässt, sind vielfältig. Immer wieder tun sich entlang des Albtraufs herrliche Ausblicke auf das Vorland auf.

Seit einiger Zeit darf sich die Gegend mit dem Prädikat „Biosphärengebiet“ schmücken, das für eine nachhaltige Regionalentwicklung im Einklang mit Mensch und Natur steht. Das Gebiet erstreckt sich über 85.000 Hektar und insgesamt 29 Gemeinden. Im Herzen der „Biosphäre“ liegt der ehemalige Truppen-übungsplatz in Münsingen, der eine Wanderung oder Radtour wert ist. Hier hat sich eine Weidelandschaft erhalten, wie sie im 19. Jahrhundert für die Albhochfläche typisch war.

Das Große Lautertal lockt mit zauberhafter Natur und spannender Historie: Hier kann man nicht nur Rad oder Kanu fahren, sondern auch die Ruinen vieler Burgen besichtigen, deren Geschichte weit ins Mittelalter zurückführt. Von den Bergfrieden bietet sich ein herrlicher Blick übers Tal, durch das sich das silberne Band der Großen Lauter in unzähligen Windungen schlängelt. Dichte Wälder schmiegen sich an die Hänge, auf den Wiesen grasen Schafe und Pferde.

Die Landwirtschaft spielt auf der Mittleren Schwäbischen Alb noch eine wichti-ge Rolle. Viele Bauern haben sich auf ökologischen Landbau spezialisiert. Entsprechend reichhaltig ist das Angebot an regionalen Spezialitäten, die auf den Höfen und in den Gasthäusern der Region angeboten werden. Ob selbst gemachter Apfelmost von den Streuobst-wiesen, herzhafte Maultaschen oder Käse von echten Alb-Büffeln – auch kulinarisch ist die Region eine Reise wert. Was die Übernach-tungsmöglichkeiten betrifft, sind die Gastgeber auf der Alb ausgesprochen kreativ: Wem ein klassisches Hotelbett zu langweilig ist, kann das Feder- gegen ein Heubett tauschen, im Schäferkarren oder im urigen Radwanderhäuschen nächtigen.

Für Pferdefreunde ist ein Besuch im Haupt- und Landgestüt Marbach Pflicht. Schon im 16. Jahrhundert ließen die Herren von Württemberg hier Pferde züchten und heute ist der Staatsbetrieb vor allem für seine Araberzucht berühmt. Die erdgeschichtliche Entstehung der ein-zigartigen Alblandschaft lässt sich in den vielen Höhlen entdecken. Nicht umsonst wurde der Region das Gütesiegel „Geopark Schwäbische Alb“ verliehen.

Zum Beispiel ist die Wimsener Höhle bei Hayin-gen die einzige Wasserhöhle in Deutschland, die mit einem Boot besichtigt werden kann - immerhin 70 Meter weit fährt der Kahn ins Erdinnere. Oder die Bärenhöhe bei Sonnenbühl, hier gibt es bizarre Tropfsteinformationen zu bewundern, und alte Bärenskelette erinnern an die frühe Geschichte des Landstrichs.

Auch die Region am Rande der Alb hat ihren Reiz: Das Ermstal ist für seine Kirschen berühmt, deren Blüte im Frühjahr ein märchenhaftes Bild abgibt. Metzingen bietet urbanes Flair vor idyllischer Kulisse: Das von Weinbergen umgebene Städtchen ist bekannt für seine Mode-Outlets. Die Albthermen im benachbarten Bad Urach laden zum Entspannen und Regenerieren in diversen Saunen und Thermalwasserbecken ein. Auch die alte Reichsstadt Reutlingen, die Uni-versitätsstadt Tübingen am Neckar und Ulm mit seinem weltberühm-ten Münster sind einen Besuch wert und mit dem Auto in kurzer Zeit erreichbar.

Die Mittlere Schwäbische Alb

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