Viehscheid in Nesselwang im Allgäu

aus Nesselwang (Allgäu)

eingestellt am 01.09.2017 von Pirmin Joas

Der September ist im Allgäu Viehscheid-Zeit. Die Alpabtriebe gibt es in der Region fast in jedem Dorf. Das Vieh wird zu diesem Anlass von den Bergen ins Tal getrieben und dort geschieden, das heißt dem jeweiligen Besitzer zurückgegeben.

Schon das ganze Jahr über fiebern Einheimische und Gäste diesem Ereignis entgegen. Der Almabtrieb in Nesselwang am 15. September gilt wegen seines familiären Charakters als besonders schön.

Das Vieh verbringt in Nesselwang rund drei Monate im Weidegebiet rund um die Alpspitze. Festlich geschmückt werden Tiere, Hirten und Helfer aber nur am Viehscheid: dann ist die Zeit auf der Alpe zu Ende und die Schumpen werden ihren Bauern zurückgegeben. Verläuft der Sommer unfallfrei, führt der Hirte seine Herde mit einem Kranzrind an. Ein Kranz ist ein Gesteck aus Blumen, die im Berggebiet wachsen. Die Landwirte warten am Viehscheidplatz bei der Talstation der Alpspitzbahn gespannt auf die Ankunft der Tiere. Nach dem Trennen der Herde wird im Festzelt gemeinsam der Alpsommer gefeiert.

Gefeiert wird in Nesselwang aber schon am Tag vor dem Viehscheid. Nach einem Festumzug von der Schule zum Festzelt am Feuerwehrhaus erfolgt der Bieranstich durch Bürgermeister Franz Erhart. Danach sorgen die örtlichen Vereine für einen abwechslungsreichen Festabend. Die Viehscheidwoche endet mit dem Nesselwanger Herbstfest am Folgetag, bei dem wie gewohnt die Schwindligen 15 für Stimmung sorgen.

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