Winterwandern im Berchtesgadener Land

aus Berchtesgadener Land Bergerlebnismagazin (Berchtesgadener Land)

eingestellt am 12.02.2013 von Maria Stangassinger

Vom Himmel leuchtet die wärmende Wintersonne, unter den Füßen knirscht der Schnee, an Felsen und Bäumen glitzern die Eiskristalle und der Blick schweift weit über die majestätischen Gipfel des Berchtesgadener Landes. Wer rund um Bad Reichenhall die winterlichen Wanderschuhe schnürt, erlebt die Natur in ihrer reinsten Form, genießt die klare Winterluft des Staatsbades und tankt Kraft auf erholsamen Streifzügen rund um den traditionsreichen Kurort. Insgesamt stehen mehr als 50 Kilometer geräumte Wanderwege zur Auswahl, die eine aktive Alternative zum Winterurlaub auf der Piste bieten.

'Beim Winterwandern kann ich besonders gut abschalten. Während die schönen Melodien von Haydn, Brahms oder Beethoven mich begleiten, hilft mir die wundervolle Natur rund um Reichenhall zu entspannen', schwärmt auch Fred Ullrich von der Bad Reichenhaller Philharmonie. Für ihn müssen es nicht immer die höchsten Berge sein. Der Violinist genießt den Winter am liebsten mit dezent alpinem Charakter und findet rund um Bad Reichenhall die perfekten Bedingungen.

Als ganz persönliches Highlight beschreibt er die mittelschwere Wanderung zum Dötzenkopf (1.001 m), den Geübte über einen relativ steilen, aussichtsreichen Pfad von Bayerisch Gmain aus erreichen. Vom Wanderzentrum Alpgarten geht es zuerst am Wappach-Bach entlang, über eine kleine Brücke und dann bergauf durch den verschneiten Winterwald. Nach rund 30 Minuten Gehzeit ist der Wappachkopf (700 m) - als Zwischenetappe - erreicht und eröffnet einen grandiosen Blick über den kleinen, an Österreich grenzenden Nachbarort Bad Reichenhalls.

Wer über gute Kondition und eine alpine Ausrüstung verfügt, wandert weiter und gelangt durch eine kleine Ebene zum letzten Anstieg, auf dem man meist durch tiefen Schnee stapft. Oben angekommen sieht der Philharmoniker den reizvollen Weg als das eigentliche Ziel der Tour und lässt sich immer wieder gerne von der fantastischen Sicht über das Bad Reichenhaller Becken und die majestätischen Gipfel in ihrem weiß-glitzernden Gewand berauschen.

Wer lieber in Gesellschaft um den Kurort spaziert, schließt sich einfach einer geführten Wandergruppe an und lässt sich beispielsweise durch die Nonner Au zum idyllischen Listsee (insgesamt 200 hm, ca. 2,5 h reine Gehzeit) leiten. Vom Königlichen Kurgarten aus führt der geräumte Weg in Richtung Rupertustherme, die Saalach entlang, bis man über den Nonnersteg zuerst den gleichnamigen Ort und kurz darauf das malerische Kirchlein St. Georg erreicht.

Durchs Nonner Oberland marschiert man ab jetzt bergan über den stets sonnigen Pfad hinein in den ruhevollen Naturpark, dessen Reize nicht zuletzt durch die weitgehend freie Sicht auf die Reichenhaller Hausberge betören. Auf halber Strecke lädt das Traditions-Gasthaus „Listwirt' am Fuß des Hochstaufen (1.771 m) zur Stärkung mit typisch bayerischen Schmankerl ein, bevor die finalen Meter zum stillen und im Winter besonders bezaubernden Listsee anstehen.

Begleitete Touren, teils auch auf Schneeschuhen, bietet der staatlich anerkannten Bergwanderführer Wolfgang Müller immer dienstags und donnerstags an und erzählt ganz nebenbei viel über die Sagen und Mythen der umliegenden Bergwelt. Alle Wandertermine finden sich im gedruckten „Alpine Wellness Wander- und Bewegungsprogramm Bad Reichenhall / Bayerisch Gmain'.

Besondere Naturimpressionen warten auch auf einer angenehm-sanften Route, die im Herzen von Bad Reichenhall, direkt am Gradierhaus des Königlichen Kurgartens startet. Hier glänzen die Eiskristalle der Schwarzdornbündel in der Sonne, während die Melodien der Philharmonie aus der Konzertrotunde bis weit in den tief verschneiten Park erklingen. Am Kurgastzentrum vorbei flaniert man auf gut geräumten Wegen gemütlich über den romantischen Karlspark, am ehemaligen Kloster St. Zeno vorbei auf die Königshöhe hinauf (80 hm, 45 min reine Gehzeit) und genießt am royalen Zielpunkt angekommen die feinen Spezialitäten des Klosterhofs ebenso wie den atemberaubenden Weitblick über den Kurort hinweg bis weit nach Österreich. Zurück geht es in weiteren 45 Minuten über die Sonnenstraße und Schloss Gruttenstein zum mittelalterlichen Florianiplatz und schließlich entlang der Alten Saline zum Ausgangspunkt, dem Königlichen Kurgarten.

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