Natur mit allen Sinnen genießen in Benediktbeuern

aus Benediktbeuern (Oberbayern)

eingestellt am 02.03.2015 von Sabine Rauscher

Eine Entdeckungsreise durch das Naturlehrgebiet rund ums Kloster Benediktbeuern ist ein Erlebnis für alle Sinne.

Westlich des Klosters laden barrierefreie Erlebnisbiotope kleine und große Forscher ein. Typische Lebensräume der Loisach-Kochelsee-Moore wie Verlandungszonen mit Schilf, binsenreiche Feuchtwiesen, Streuwiesen und Altgrasbereiche lassen sich dort entdecken. Zusätzlich wurden Kleinstbiotopbausteine wie Legsteinhaufen, Insektenhölzer, Totholzhaufen und Hecken eingefügt. Entlang des Rundweges gibt es Taststeine für Sehbehinderte, auf denen reliefartig die charakteristischen Tiere eingelassen sind. Die Feuchtbiotope entstanden nicht nur, um Tiere und Pflanzen zu beobachten, sondern auch um Anregungen zu geben, wie man mit einfachen Mitteln im eigenen Garten Lebensräume schaffen kann.

Vielfältige Erlebnisse für die Füße verspricht der Barfußpfad im Bereich der Erlebnisbiotope, wenige hundert Meter westlich des Klosters. Der Rundweg ist ca. 400 m lang und beschäftigt sich mit der Geologie, den unterschiedlichen Bodenarten, der Vegetation dieser Landschaft und der Nutzung von Naturmaterialien. Er führt über verschiedene Gesteine, Wald- und Moorboden und durch Schlamm.

Direkt neben dem Barfußpfad schließt der Evolutionspädagogische Trainingsparcours an. 7 Wahrnehmungs- und Bewegungsübungen, die an den Evolutionsprozess vom Fisch zum modernen Menschen angelehnt sind, helfen bei Lern-, Verhaltens- und Konzentrationsproblemen, Konflikten sowie Unsicherheit. Der gezielte Einsatz bestimmter Bewegungen ist der Schlüssel zur Wiederherstellung des Gleichgewichts.

Der Gehölzpfad führt auf einer Strecke von 2,5 km durch leicht begehbares Gelände. Als Maskottchen begleitet dabei das Moorbirkenblatt durch eine stimmungsvolle Moorlandschaft mit reizvollen Weitblicken. An über 30 Stationen warten lebendig aufbereitete Informationen in Bild und Text zu unseren heimischen Bäumen und Sträuchern. Sie laden zum spielerischen Entdecken und Erleben ein. Hier gibt es Holzrätsel, eine Lupenstation und auch Hecken- sowie Tier-Detektive sind gesucht.

Einige hundert Meter weiter westlich lädt der Klangpfad „Im Ein-Klang mit der Natur“ ein, auf den wohltuenden, feinen Klang von Steinen, Hölzern, von Wind und Wasser, auf die Stimmen der Vögel und das Rascheln der Blätter zu lauschen. Die Klänge der Natur können den Besucher dabei vielleicht auch ein wenig zum Ein-Klang mit sich selbst führen.

Etwa 2,5 km weiter westlich, mitten im Loisach-Kochelsee-Moor, legte das Zentrum für Umwelt und Kultur einen Moorpfad an, der die Möglichkeit bietet, sich unmittelbar vor Ort mit Hochmoor, Übergangsmoor und Niedermoor vertraut zu machen. Ein Rundweg mit Schwingseil, Wippe und Seilbahn erschließt das Gelände mit selten gewordenen Pflanzen, in dessen Mitte sich ein Hochmoor mit Moorauge, umgeben von Moorwald, entwickelt.

Der Kräutergarten an der Südseite der Maierhofs zeigt an ausgewählten Beispielen die Entwicklungsgeschichte der Pflanzen auf. Für Rollstuhlfahrer und Gehbehinderte gibt es einen Handlauf entlang erhöhter Beete. Blinde und Sehbehinderte können die Pflanzennamen auf kleinen Schildern mit Braille-Schrift ertasten. Nebenan wurde mit der Kräuterspirale auf kleinster Fläche ein idealer Lebensraum für Pflanzen und Tiere angelegt, der die Menschen das ganze Jahr über mit frischen Kräutern versorgt.

Der Grundriss des Meditationsgartens an der Westseite des Maierhofs orientiert sich an dem berühmten Bodenlabyrinth der Kathedrale von Chartres. Ohne Kreuzungen und Sackgassen wird man auf dem 160 m langen Natursteinweg an vier Beetkreisen (Kräuter für alle Sinne, Kräuter die Heilen, Kräuter für die Küche, Symbolkräuter) entlang bis zum Brunnen in der Mitte geleitet. Der Garten regt zu einer intensiven sinnlichen Wahrnehmung der Pflanzen und zur Besinnung an.

Etwas vom Kloster entfernt, am Fuße der Benediktenwand, gibt es zwei weitere Lehrpfade zu erkunden:

Der Wildbachlehrpfad am Lainbach erläutert in 10 Schautafeln, was einen Bach zum Wildbach macht, warum Wildbäche verbaut werden oder welche Pflanzen und Kleintiere sich diesen Lebensbedingungen angepasst haben. Der Weg führt von Mariabrunn entlang des Lainbachs zur Söldner Alm (nicht bewirtschaftet).

Der Waldlehrpfad informiert mit 15 Schautafeln über die Bedeutung des Waldes, seine Nutzung und seine Probleme. Er beginnt am Alpenwarmbad und führt auf einer Forststraße zur Kohlstatt-Alm (nicht bewirtschaftet).

Von Mai bis September bieten die Gästeinformationen Benediktbeuern, Bad Heilbrunn und Kochel am See in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Umwelt und Kultur eine ganz besondere Veranstaltungsreihe an. Der „Natursommer im Loisachtal“ hat es sich zum Ziel gesetzt, Jung und Alt bei Exkursionen und Aktionen mit den Eigenarten der Landschaft vertraut zu machen. Pflanzen und Tiere des Loisach-Kochelsee-Moores erleben und nachhaltigen Schutz der Ökologie erlernen stehen hier bei Tümpelsafaris, Fledermausbeobachtungen u. v. m. im Vordergrund.

Katalog Benediktbeuern
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