Stark und stad, aber nie fad!

aus Bad Feilnbach (Chiemsee-Alpenland)

eingestellt am 05.01.2018 von Ute Preibisch

Bad Feilnbach setzt Maßstäbe in Sachen Entschleunigung, hat
einen eigenen „Gletscher“ und bietet „much Moor“ Entspannung
Nein, das ist kein Schreibfehler: „much Moor Entspannung“ gibt es wirklich. Das oberbayerische Natur-Heil-Dorf Bad Feilnbach, auf halber Strecke zwischen München und Salzburg, baut seit Jahrzehnten auf die heilende Kraft des Moores. Und weil ja bekanntlich aus der Ruhe eine enorme Kraft erwachsen kann, kombinieren die Feilnbacher „much Moor“ und Ruhe zu einem entspannenden Winterangebot. „Stad“, nennt der Bayer jenen Zustand weitgehender Geräuschlosigkeit, der viele Menschen ungemein nervös macht. „Stad aber nicht fad!“ ergänzt Ute Preibisch, die bei der Gemeinde die Bereiche Kur und Tourismus leitet. Und fügt hinzu: „Entschleunigung ist für uns kein Modewort, sondern unsere ganz große Stärke.“

Stark und stad, aber nun mal nicht fad: Wer sich auf Bad Feilnbach einlässt, taucht ein in eine Welt der anderen Gangart. Langeweile kommt da nicht auf, aber nach geraumer Zeit eine neue Gelassenheit; eine Ruhe, die hilft, zu sich selbst zu kommen, sich selbst wieder zu finden. Dazu bedarf es keines Skizirkus und keiner Après-Ski Tempel.

Wie wäre es stattdessen mit einer Wanderung durch den knirschenden Schnee hinauf zur Tregler Alm? 200 Höhenmeter sind es gerade mal, gehen und genießen lautet die Devise. „Mit jedem Schritt zu uns lässt man den Alltag ein Stück hinter sich“, sagt Hüttenwirtin Tanja Millauer, die auf 951 Metern Meereshöhe nicht nur eine herrliche Aussicht bietet, sondern auch bayerische Spezialitäten serviert. „Es geht nicht um sportliche Leistung, sondern darum, neue Kraft aus der Natur zu schöpfen“, erläutert Ute Preibisch die Bad Feilnbacher Philosophie der ruhigen Gangart.

Für neue Kraft sorgt auch die bayerische Wirtshauskultur, die hier zu Füßen des Wendelsteins intensiv gepflegt wird. Im Tiroler Hof im Ortsteil Derndorf werden seit dem Jahr 1724 Gäste bewirtet. Familie Anzinger tut es in dritter Generation. Bayerische Schmankerl stehen auch auf der Speisekarte der „Land Wirtschaft Höß“ in Litzldorf, wo Winterwanderer ebenfalls gerne einkehren.

Entschleunigung ohne Beschleunigung
Durch den Winter wandern lässt sich auch auf schmalen Brettern. Mit den Langlaufskiern kann man in Bad Feilnbach auf sieben Strecken seine Runden ziehen. Entschleunigung ohne Beschleunigung heißt auch hier das Motto. Entspannend und weniger schweißtreibend ist eine Fahrt in der Pferdekutsche – gerne auch im Schein der Fackeln.

Apropos Schlitten: Für Rodler bietet das Natur-Heil-Dorf gar einen Gletscher. „Webergletscher“ heißt das Areal vor den Toren des Ortes und entpuppt sich trotz seiner hochalpinen Bezeichnung, die der Volksmund vor Jahren liebevoll geprägt hat, als rund 300 Meter langer Hang, an dem nicht nur die Rodler in Fahrt kommen. Generationen von Kindern haben hier das Skifahren gelernt. Im Winter 1969 eröffnete Landwirt Michael Grimm im Ortsteil Au mit einem langen Seil und seinem Traktor eines der wohl kleinsten Skigebiete Bayerns. Heute führt ein 300 Meter langer Schlepplift hinauf. Meist junge Skifahrer und Snowboarder nutzen den Hang für ihre Schwünge, während ihre Altvorderen im talnahen Almstüberl Sonne und wärmende Getränke genießen. Selbst eine Schneekanone gehört zur Ausstattung des „Gletschers“, der auch bei vielen Feriengästen für längst vergessene, entschleunigte Skierlebnisse sorgt. Skifahrer mit größeren Ambitionen finden im Umkreis zahlreiche Skigebiete wie Sudelfeld, Hocheck oder Spitzingsee.

Urlaub mit Moor-Wert
Wer in Bad Feilnbach einfach mal abtauchen möchte, ist hier richtig. „Das meinen wir durchaus wörtlich“, sagt Ute Preibisch. „Denn bei uns bedeutet abtauchen auch eintauchen.“ Weil in Bad Feilnbach Wellness aus der Erde kommt, erleben hier die Urlaubsgäste die heilende Kraft des Moores bei vielfältigen Anwendungen durch erfahrene Spezialisten. Kurzum: Urlaub mit echtem Moor-Wert. Rheuma, Ischias, Arthrose, Osteoporose, Sport-Rehabilitation, Nachbehandlung von Frakturen und operativen Eingriffen wie Bandscheiben-OP sowie nach dem Einbau künstlicher Hüft- und Kniegelenke – die Liste möglicher Behandlungsfelder ist lang. Wer in das 42 Grad warme

Moorbad steigt, genießt ein beinahe schwereloses Gefühl und Tiefenentspannung pur. Zudem sorgt das erwärmte Moor für Entgiftung und Entschlackung des Organismus, Gelenke, Muskeln und Bänder werden entlastet. Und: Moor macht schön! Es strafft die Haut und sagt Falten den Kampf an. Ob als Vollbad, als Packung auf der Haut, als Moor-Kaltpackung oder beim Moorkneten – Bad Feilnbach bietet eine Vielzahl an Therapiemöglichkeiten. Einsteiger setzen auf ein Moor-Schnupperbad.

Das Moor in seiner ganzen Schönheit erleben kann man auf dem Moorerlebnisweg „Sterntaler Filze“. Ein 650 Meter langer Bohlenweg führt hinein in das jahrtausendealte Reich der Natur. Und noch ein Tipp: Auf der Feilnbacher Body2Brain-Strecke animieren an zwölf Stationen Gute-Laune Schafe zu Übungen wie dem Hüftschwung oder breitbeinigem Sitzen. Die Body2Brain-Methode basiert auf der Erkenntnis, dass körperliche Bewegung jene Gehirnstrukturen beeinflusst, die für positive Emotionen zuständig sind.

Stark und stad, aber nie fad!

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