Biikebrennen auf Amrum

aus Amrum (Nordfriesische Inseln)

eingestellt am 16.02.2018 von Undine Bischoff

Wenn am Biike-Tag die großen Feuer in Amrums fünf Inseldörfern brennen, dann sorgen die Inselwehren für das leibliche Wohl mit Bratwurst, Suppe, Bier und Glühwein in steifer Friesenstärke. Für Gäste und Exilinsulaner ist das Fest ein Highlight, und sie kommen – auch wenn dieser stimmungsvolle Tag mitten in die Woche fällt. Während es in der Kirche bereits am 18. Februar Traditionell einen friesischen Gottesdienst gibt, wird am Biike-Tag abends in Norddorf auf friesisch und deutsch die Geschichte des Biaken erzählt, ehe es gemeinsam mit Fackeln zum Feuer geht. Nirgends sonst kann man die Inselalten so schnell zu einer Geschichte aus der „guten alten Zeit“ bewegen, wie am Feuer. Vom Opferfeuer für Wotan bis zu „heidnischer Abgötterei“ reicht seine Bedeutung. Früher brannte es kurz vor dem wichtigsten Gerichtstag, dem Frühjahrsthing, an dem alles Nötige für das neue Jahr geregelt wurde, auch die Heuerverträge für die Amrumer Walfänger. Seit 2014 ist das Biikebrennen sozusagen geschützt, ganz offiziell als immaterielles Kulturerbe im Rahmen der UNESCO-Kommission. Die Amrum-Alten erzählen, dass sie früher, als Wald knapp war, Heide schlugen und bei den Bauern um ein Bündel Stroh bettelten. Die Mädchen hatten Geld für ein Fass Teer gesammelt, das beim Dachdecker gekauft und in die Mitte des Biikehaufens gestellt wurde. Heute wird die Piader-Puppe gleich zu Beginn der Zeremonie in die Flammen geworfen: Winter adé. Das sehr familiär geführte „Mein Inselhotel“ hat für das Biike-Fest fünf Übernachten mit Wintermenüs, Punsch, Teestunden, Thermoskannen-Service und privater Sauna kombiniert. Pro Person ab 480 Euro (www.mein-inselhotel.de).

Webseite der Insel: www.amrum.de

Biikebrennen auf Amrum

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