Hörnerdörfer aktuell: 'Piste out - Snowparks in'

aus Hörnerdörfer (Allgäu)

eingestellt am 15.12.2011 von Sebastian Pflederer


Einmalig in Deutschland: permanente Ski- und Boardercross-Strecke: Den Skinachwuchs von heute zieht es weg von den Skipisten und hinein in die Welt aus Kickern, Rails und Boxen. Snowparks boomen. Diese Entwicklung ist auch in den Hörnerdörfern im Oberallgäu zu beobachten. Vier Funparks werden inzwischen aufgebaut und zusätzlich gibt es in Grasgehren die einzige permanente Ski- und Boardercross-Strecke in Deutschland. Dort trainieren nicht nur die besten deutschen Fahrer. Auch für Amateure ist die Piste mit Wellen, Steilkurven und Jumps geöffnet.

Hotspot Ski- und Boardercross
Rund 1200 Meter lang ist die Cross-Strecke in Grasgehren, die voraussichtlich ab Mitte Dezember präpariert ist. 200 Meter unterhalb der Gipfelstation der Bolgengratbahn beginnen Wellen, Jumps und Kicker. Vorgaben des Skiverbands, welche Elemente in der Rennstrecke für die internationalen Wettkämpfe verbaut sein müssen, gibt es nicht. „Der Phantasie sind eigentlich keine Grenzen gesetzt“, erklärt Berni Huber, Chef der Grasgehren-Lifte und früherer DSV-Kaderrennläufer. So habe man zum Skicross-Weltcup Anfang des Jahres einen Corner-Jump verbaut, eine Weltneuheit, die von den Snowboardern in Grasgehren kreiert wurde. „Es war die spektakulärste Stelle beim Wettkampf, da dort auch überholt werden konnte.“ Für die Rennen der kommenden Saison werde man wieder einen Corner-Jump in die Strecke einbinden.

Seit Jahren ist Grasgehren das deutsche Revier für Ski- und Snowboardcross. Zwar werde 2012 kein Weltcup wie im Vorjahr stattfinden. Dafür aber der Eurocup im Skicross am 14. und 15.01.2012 und die Deutsche Meisterschaft am 24. und 25.03.2012. Auch das deutsche Schülercupfinale wird am Bolgengrat entschieden. Erstmalig ist Grasgehren Austragungsort für den Eurocup im Snowboardcross am 10.03.2012. Ein Tag danach findet die Deutsche Meisterschaft statt. Wenn nicht die Profis die Autobahn aus Schnee hinunterrasen, ist die Cross-Strecke auch für „normale“ Skifahrer geöffnet. Ein Angebot, das gerade von jüngeren Wintersportlern genutzt wird.

Funpark & Wintergrill
Nur die Pisten hinunterzufahren, ist vielen jungen Wintersportlern inzwischen zu langweilig. Deswegen werden Jahr für Jahr im Skigebiet Bolsterlang am Horngrat, in Ofterschwang am Gipfellift und am Riedberger Horn an den Grasgehren-Liften fleißig Kicker, Jumps; Boxen, Rails und Take-Offs gebaut. Hinter diesen Begriffen stecken Sprungschanzen, meterlange Schienen, Rohre und Tische, die es mit dem Board oder Ski zu befahren bzw. in der Boarder-Sprache zu „killen“ gilt.

Obligatorisch ist der Grill in den „Park-Bases“. Hier brutzeln Burger und Würstchen. Junge Leute zieht das Angebot an, weiß auch Berni Huber. „Als Mitte April viele Skifahrer scheinbar schon genug vom Winter hatten und nur noch eine Handvoll von ihnen auf den Pisten unterwegs waren, hatten wir im Funpark 180 Snowboarder“, berichtet der ehemalige Weltcup-Fahrer. Boarder-Events gibt es jede Menge in den Hörnerdörfern.

Ein Highlight in Grasgehren ist das elooa-Camp vom 24. bis 26. Februar, bei dem internationale Snowboardprofis die Teilnehmer coachen und helfen, deren „Skills“ zu verbessern, einschließlich Videoanalyse und Fotoshooting. Auch Einsteiger-Kurse werden angeboten. Etwa von der Skischule Speiser am Dorflift in Bolsterlang. Dort wird jede Saison extra ein Easy-Funpark für Anfänger aufgebaut.

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