Winterzauber erleben in Bad Rodach
aus Bad Rodach (Franken)
eingestellt am 20.01.2012 von Tina Söllner

Winter lässt sein weißes Band… Reizvoller Winterzauber am „Grünen Band“ rund um Bad Rodach: Reif und Schnee verzuckern jetzt in den Wintermonaten das „Grüne Band“ in der ehemaligen Grenzregion zwischen Franken und Thüringen und werfen ihm ein zauberhaftes weißes Feenkleid über. Ausgedehnte Winterspaziergänge durch das Rodachtal beim Heilbad Bad Rodach bilden eine reizvolle Alternative zum (gar nicht mehr so populären) Skisport und ermöglichen intensive Naturerfahrungen.
Dort, an der früheren deutsch-deutschen Grenze, öffnete sich 1989 nach vier Jahrzehnten der Teilung der „Eiserne Vorhang“. Aus den Wurzeln der gemeinsamen fränkischen Geschichte entstand ein neues Zusammengehörigkeitsgefühl – symbolisiert durch das „Grüne Band“. Aus dem ehemaligen Todesstreifen ist eine wahrhaftige Lebenslinie geworden: Hier konnte sich die Natur über die Jahrzehnte unberührt entwickeln, es entstand ein wertvolles Biotopverbundsystem, das mehr als 1.200 bedrohten Tier- und Pflanzenarten das Überleben sicherte. Heute ist das „Grüne Band“ Teil des nationalen Naturerbes, das Gebiet „Grünes Band Rodachtal – Lange Berge – Steinachtal“ eines von aktuell 29 geförderten Naturschutzgroßprojekten der Bundesrepublik Deutschland. Bei beschaulichen Winterwanderungen kann man in dieser einst vergessenen Region, die zu neuem Leben erwacht ist, mit etwas Glück den seltenen Eisvogel beobachten, den Wachtelkönig und die Gelbbauchunke, dazu eine Vielzahl weiterer Tiere und Pflanzen der „Roten Liste“.
Nahe Bad Rodach, an der Auffahrt zum Georgenberg, beginnt der rund 12,6 Kilometer lange Veste Heldburg-Weg, der sich auch im Winter bestens für eine beschauliche Tour durch unberührte Naturlandschaften eignet. Am idyllisch gelegenen Forsthaus Jägersruh und den alten Kelleranlagen vorbei, führt er am Fuß des Hohen Steins (406 Meter) hinüber nach Thüringen. Über einen gut ausgebauten alten Reitweg erreichen die Wanderer die prächtige Veste Heldburg, im 14. Jahrhundert Amts- und Gerichtssitz, die die fränkisch-thüringische Hügellandschaft wie ein Märchenschloss überragt. Im Winter ist die reizvolle Burganlage mit ihren Burgbauten, einem eleganten Renaissance-Schlossbau, Zinnen und Türmen, die übrigens ab Sommer 2013 Sitz des Deutschen Burgenmuseums wird, täglich außer montags von 10 bis 16 Uhr für eine Innenbesichtigung geöffnet.
Herrliche Panorama-Ausblicke in die umgebende Landschaft des verträumten Rodachtals bietet der 45 Meter hohe Aussichtsturm. Eine Märchenstimmung, die durch die wie mit Puderzucker überstäubten Dächer und das diffuse Licht der Wintertage beinahe ins Irreale gesteigert wird. Auf dem Rückweg über die gleiche, gut markierte Strecke nehmen die Wanderer einen Teil des besonderen Zaubers mit und tauchen anschließend zum willkommenen Aufwärmen in die wohlig-warmen Fluten der Bad Rodacher ThermeNatur ein. Noch einmal lässt sich dort – zwischen dem Baden und dem Saunieren im keltischen Sauna-Erlebnisland „Erdfeuer“ – der fast unwirkliche Reiz der Winterlandschaft entdecken. Von der inmitten der Natur gelegenen modernen Therme blickt man direkt auf die umgebenden, sanft-hügeligen Gleichberge.
